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Meine Aphorismen

Ideen in der Gegenwart - gute wie schlechte - sind oft die Realitäten von morgen.

Baum im Ahrfrühling 2005

 

116. Vor Wahlen bilden die designierten Wahlsieger gern Schattenkabinette. Was wir aber brauchen sind Lichtkabinette. Oder liegt es daran, dass es zu wenige Lichtgestalten in der Politik gibt, um mit ihnen ein Kabinett zu bilden?

117. Politik soll Zukunft gestalten, doch dazu müsste sie erst einmal die Barrieren der Gegenwart beiseite räumen.

118. Wie wollen wir die Herausforderungen der Zukunft bestehen, wenn es uns nicht einmal gelingt, die der Gegenwart zu bewältigen?

119. Nur wer mit beiden Füßen fest auf dem Boden der Gegenwart steht, kann gefahrlos den ersten Schritt in die Zukunft tun.

120. Mit jedem Glockenschlag beginnt zugleich eine neue Gegenwart und ebenso eine neue Vergangenheit. Für die Zukunft gibt es jedoch noch keine Glockenschläge.

121. Zukunft kann man sich nicht vorstellen, man muss sie gestalten.

122. Hoffnungen auf eine bessere Zukunft sind wie Strohhalme, an die sich ein Ertrinkender versucht zu klammern. Beides führt zum sicheren Untergang, weil weder Hoffnungen noch Strohhalme eine tragfähige Grundlage fürs Überleben sind.

123. Wenn die Gegenwart keine Zukunft mehr hat, löst sich eine Gesellschaft in Chaos und Anarchie selbst auf. Um das zu verhindern muss genau diese Gesellschaft aus sich heraus führende Köpfe beauftragen in der Gegenwart ständig Zukunftsperspektiven zu entwerfen, zu definieren und um ihre demokratische Legitimation werben. Damit wird bereits die Gegenwart zur Schicksalsfrage einer Gesellschaft.

124. Nur wer den gestirnten Himmel über sich und das moralische Gesetz in sich anerkennt hat eine Chance, vorurteilsfrei eine bessere Zukunft mit zu gestalten.

125. Sorgen um die Zukunft sind die ungelösten Probleme der Gegenwart.

126. Eine Gesellschaft hat keine Zukunft; wenn sie nicht bereits in der Gegenwart Lichtgestalten für die Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen findet und von ihrer aktiven Mitwirkung daran überzeugen kann.

127. Eine Politik, die ständig dem Zeitgeist hinterher läuft, hat bereits ihre Kraft verloren, die Zukunft zu gestalten.

128. Zwei Prozent Mehrwertsteuererhöhung sind zwar ein Wechsel auf die Zukunft, es nicht zu tun jedoch der Konkurs der Gegenwart.

129. Wer das Gestern und Vorgestern verklärt, ist nicht fähig, sich auf eine Tradition zu besinnen, die auch morgen noch Bestand hat. Deshalb bedarf es in der Gegenwart der ständigen Auseinandersetzung mit der Frage, was traditionsfähig für die Zukunft ist.

130. Politik soll Zukunft gestalten, tut sie es nicht, verwaltet sie nur die Gegenwart.

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