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Meine Gedichte

Im Stil des Menschen Eugen Roth, weil er vielleicht auch das geschrieben hätte:

Ein Mensch spielt Tennis, sieht gut aus,
Ist stets auf Reisen, kaum zu Haus.
Das hält ihn fit
Und jung und schön,
So könnt’ das Leben ewig geh’n.
..

Herbstlicher Weinberg an der Ahr 2012

Die falsche Richtung

Ein Mensch, gesund, fast jung an Jahren,
Wird heimgesucht von einer Plage,

Sein großer Zeh wächst wie er will,
Nicht wie er soll, das ist sein Stil.

Er zeigt nach rechts statt grade aus,
Drum muss er weg, aus ist die Maus.

Der Mensch entschließt sich schweren Herzens,
Die Plage gründlich auszumerzen.

Begibt sich in ein Krankenhaus,
Er muss hinein, die Plage raus.

Der Onkel Doktor ist ein Mann,
Der so was bestens machen kann.

Er setzt den Zeh kurz in den Schlaf,
Als der erwacht, ist er ganz grad.

 

 

 

 

So ist der Mensch die Plage los,
Ist wieder schmerzfrei und auch so,

Ganz fröhlich, fast schon ausgeglichen,
Obwohl ihn Ängste erst beschlichen.

Denn die OP im Krankenhaus,
Sieht vor dem Eingriff schrecklich aus,

Doch wenn danach die Schmerzen fort,
Ist dieses doch ein schöner Ort.

Das Hamsterrad

Jahr für Jahr zum Jahresende,
Steht er vor der Zeitenwende.

Er, das ist der Mensch von heute,
Sie, das sind die vielen Leute.

Beide sind erschöpft und müde,
Von des Jahres Plag und Mühe.

Denken sich, jetzt ruh‘n wir aus,
Von des Hamsterrades Lauf.

Doch der Mensch sehr rasch erkennt,
Dass er sich damit verrennt.

Weihnachtsrausch und Weihnachtskauf,
Ist moderner Amoklauf.

Kurz nach Ostern fängt es an,
Werbung für den Weihnachtsmann.

Und gleich nach den Feiertagen,
Freu‘n sich schon die Osterhasen.

Mensch, so geht es Jahr für Jahr,
und Du nimmst es kaum noch wahr.

Dass die Zeit so schnell sich dreht,
Dir auf Deinen Füßen steht.

Darum sei Dir heut geraten,
nimm sie raus, die Hamsterfahrten,

Stell das Rad in eine Ecke,
Lass es andere erschrecken.

 

 

Mensch sei klug und steige aus,
Sonst kommst Du da nicht mehr raus.

Prunk und Protz in unserm Land

Ein Mensch, Hochwürden und von Gnaden,
Kann nicht genug des Prunkes haben.

Er baut für sich in seiner Zeit,
Die Gottesburg sehr groß und weit.

Die Schäflein dieses Superhirten,
Sind fassungslos, es hilft nur beten.

Die Residenz, ganz nah dem Dom,
Spricht aller Würden höchsten Hohn.

Der promovierte Philosoph,
Hat Kant studiert, und weiß dar ob,
Was er in unser Stammbuch schrieb,
Ganz kategorisch – Im-pe-ra-tiv.

Nur so zu handeln, dass Du willst,
Dass das für alle Menschen gilt.*

Doch andrerseits – das macht betroffen,
Ist dies nur ein Fall – Ausgang offen?

In Schönefeld und in der Eifel,
In Stuttgart und auch ohne Zweifel,
In Hamburg wurde Geld verbrannt,
Die Hintergründe sind bekannt.

So bleibt dem Menschen nur die Wut,
Was sich in unsrem Land so tut.

Er kann sich nicht dagegen wehren,
Dass Protz und Prunk Verschwendung mehren.

Denn die Moral aus diesen Fällen:
Lass doch die Meute Bürger bellen.

*Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde (Aus: Immanuel Kant „Kritik der praktischen Vernunft“ 1788).